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Blühender Schwarzmarkt für Hacker-Waren

Blühender Schwarzmarkt für Hacker-Waren

Persönliche Daten, Kreditkarteninformationen oder Angriffe auf Internetseiten: Auf Online-Marktplätzen und in Hacker-Foren gibt es kaum etwas, was es nicht im Handumdrehen zu kaufen gibt. Eine neue Studie bietet interessante Einblicke.

Die Sicherheitsexperten von Dell SecureWorks schauten sich für ihren aktuellen Underground Hacker Report vor allem den russischen Markt an. Ihr Fazit: Der Markt für illegale digitale Waren und Dienstleistungen wächst, die Anbieter werden raffinierter – und die Konkurrenz wird immer härter.

Kein Wunder also, dass sich auch Hacker mittlerweile als Dienstleister verstehen, die ihren Kunden eine Zufriedenheitsgarantie geben oder damit werben, dass sie 24 Stunden am Tag an sieben Tagen der Woche erreichbar sind. Auch Professionalität und Fairness bei Bezahlung und Abwicklung werden immer häufiger betont.

Die Angebote der Hacker lesen sich wie aus einem Gemischtwarenladen für Cyberkriminelle. Angefangen bei Kreditkartendaten (Mastercard oder VISA) für 7 Dollar, über Kreditkarten inklusive gespeicherter Daten für 15 bis 30 Dollar. Oder darf es etwas mehr sein? Eine komplette Identität inklusive eingescanntem Sozialversicherungsausweis und Führerschein für 90 Dollar. Auch vor Bankkonten machen Hacker nicht halt. Der Preis für den Zugang zu einem fremden Konto richtet sich nach dem Guthaben. Ein US-amerikanisches Konto mit 7.000 Dollar Guthaben kostet beispielsweise circa 300 Dollar.

Nicht nur bereits gehackte Account-Daten sind verfügbar, sondern auch Angriffe auf große E-Mail-Provider oder Social Media Dienste. Kostenpunkt: 129 Dollar für einen Gmail-, Yahoo- oder Hotmail-Account. Ebenfalls 129 Dollar kostet der Zugang zu einem fremden Facebook-Account. Der Diebstahl von Daten von einer Website wird mit 350 Dollar veranschlagt. Das Lahmlegen von Websites mit Hilfe von DDoS (Distributed Denial of Service) wird nach Aufwand abgerechnet, von 5 Dollar für eine Stunde, bis zu 600 Dollar für eine ganze Woche.

So spannend und teilweise skurril der Bericht an vielen Stellen auch klingt, für Menschen, deren Daten illegal verkauft werden, ist das Ganze kein Spaß. Wessen persönliche Daten einmal im Umlauf sind, hat schwer damit zu kämpfen, den Schaden gering zu halten.

Auch für Unternehmen besteht ein großes Gefahrenpotential. Geklaute Kreditkarten können leicht benutzt werden, um Waren online zu bezahlen. Mit gestohlene Identitäten können Benutzerkonten erstellt werden und wer Kontrolle über einen fremden E-Mail-Account hat, bekommt oft auch leicht Zugang zu anderen Benutzerkonten, beispielsweise bei Online-Händlern. Ein solcher Account-Takeover kann sehr großen Schaden anrichten.