Vertrauen, KI-Spionage und die neue europäische Payment-Ära

Dez/Jan 2026:

Die Betrugslandschaft zum Jahreswechsel 2025/2026 zeigt eine deutliche Verschiebung: Es geht nicht mehr nur um den Schutz einzelner Transaktionen, sondern um den Erhalt des gesamten Kundenvertrauens. Unsere aktuelle Auswahl zeigt, dass KI-gesteuerter Betrug und Account-Takeover-Versuche massiv zunehmen, während neue europäische Payment-Lösungen wie Wero versuchen, Sicherheit und Souveränität zu vereinen. Für Fraud Manager bedeutet dies, dass Prävention jetzt ganzheitlich gedacht werden muss – von der Absicherung der Identitäten bis hin zur Aufklärung der Endnutzer, um das wachsende Abwanderungsrisiko durch Betrugsfälle zu minimieren.

1. Finanzbetrug als Auslöser für massive Kundenabwanderung

Artikel: https://www.pymnts.com/fraud-prevention/2025/financial-scams-are-the-new-customer-churn-crisis-for-banks/?utm_source=Sailthru&utm_medium=email&utm_campaign=Main%20NL%2011/10&utm_term=Main%20Newsletter

Financial Scams Studien zeigen, dass fast 40 % der US-Haushalte Opfer von Finanzbetrug werden, was das Vertrauen in Banken nachhaltig erschüttert. Besonders kritisch ist die Geschwindigkeit, mit der Kriminelle via Social Media und Echtzeit-Systemen agieren, da zwei Drittel der Opfer innerhalb von 24 Stunden zahlen. Für Risk Manager ist dieses Thema essenziell, da unzureichende Prävention hier direkt zu messbarer Kundenabwanderung führt.

2. KI-Modelle im Visier: Abwehr von digitaler Spionage

Artikel: https://www.anthropic.com/news/disrupting-AI-espionage

Disrupting AI espionage Anthropic deckte auf, wie KI-Modelle missbraucht werden, um gezielt sensible Daten zu sammeln und komplexe Angriffe vorzubereiten. Der Fall verdeutlicht die Notwendigkeit, KI-Systeme selbst durch strengere Zugriffskontrollen und Sicherheitsmonitoring zu schützen. Das Thema ist hochspannend, da es die „Waffengleichheit“ zwischen Angreifern und Verteidigern im Bereich der künstlichen Intelligenz neu definiert.

3. Erfolg für den Fakeshop-Finder: Prävention wird ausgezeichnet

Artikel: https://www.verbraucherzentrale.nrw/pressemeldungen/digitale-welt/fakeshopfinder-erzielt-3-platz-beim-european-crime-prevention-award-114080

„Der Fakeshop-Finder“ der Verbraucherzentrale NRW erreichte den 3. Platz beim European Crime Prevention Award 2025. Seit 2022 konnten bereits 87.000 betrügerische Shops über den „Fakeshop-Finder“ identifiziert werden. Dieser Erfolg unterstreicht, wie wichtig datenbasierte Blacklists und öffentliche Aufklärung für ein sicheres E-Commerce-Ökosystem sind. Für Payment-Anbieter ist dies ein wichtiges Signal, um kriminelle Händler frühzeitig aus den eigenen Netzwerken auszuschließen.

4. Wero: Der Startschuss für ein souveränes europäisches Payment

Artikel: https://www.it-finanzmagazin.de/epi-startet-wero-im-deutschen-onlinehandel-und-gewinnt-erste-grosse-haendler-236442/

Mit dem Start von Wero im deutschen Onlinehandel beginnt die Etablierung einer unabhängigen, europäischen Zahlungsinfrastruktur. Das Projekt zielt darauf ab, Echtzeit-Zahlungen ohne Umweg über US-Kartenanbieter zu ermöglichen und so die lokale Wertschöpfung zu stärken. Payment-Experten sollten die Entwicklung genau beobachten, da Wero neue Anforderungen an das Risk-Management im Bereich Instant Payments stellt.

5. Die Dunkelziffer beim Betrug: Warum Anzeigen zur Seltenheit werden

Artikel: https://www.schufa.de/newsroom/pressemitteilungen/schufa-studie-dritte-fakeshop-opfer-erstattet-anzeige/

Laut einer SCHUFA-Studie melden nur sehr wenige Fakeshop-Opfer den Betrug. Nur ein Drittel der Betrugsopfer erstatten Anzeige, was die Strafverfolgung und das Verständnis für aktuelle Maschen massiv erschwert. Diese niedrige Meldequote führt dazu, dass Kriminelle oft jahrelang ungestört operieren können. Die Studie zeigt Risk Managern, dass interne Datenquellen oft viel wertvoller sind als offizielle Statistiken, um das wahre Ausmaß der Bedrohung zu erfassen.

6. Sicherheitsrisiko Browser-Sync: Google warnt vor Kontoverlust

Artikel: https://www.chip.de/news/cyber-security/google-bestaetigt-kontouebernahmen-aendern-sie-jetzt-diese-einstellung-bei-chrome_9fba77df-9d98-4d26-b82f-f61950d00d58.html

Google bestätigt, dass Kontoübernahmen zunehmen. Angreifer nutzen verstärkt die Cloud-Synchronisation von Browsern aus, um Passwörter, Sitzungs-Cookies und Zahlungsdaten in großem Stil abzugreifen. Google empfiehlt daher dringend eine Überprüfung der Sync-Einstellungen und den Einsatz von Multi-Faktor-Authentifizierung. Da kompromittierte Browser-Daten das Fundament für Identitätsbetrug bilden, ist dieser Vektor eine der größten Bedrohungen für Online-Transaktionen im Jahr 2026.

Dirk Mayer | Head of Anti-Fraud Consultants bei RISK IDENT
Ellipse für Hintergrund

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Dirk Mayer – Head of Anti-Fraud Consultants

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