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Online Fraud Forum 2016: Großes Interesse, wichtiger Austausch

Online Fraud Forum 2016: Großes Interesse, wichtiger Austausch

Wie verändern Betrüger ihre Strategien, welche neuen Betrugsmuster gibt es und welche Tools im Kampf gegen den Online-Betrug sind vielversprechend? Um sich zu diesen und ähnlichen Fragen auszutauschen, kommen jedes Jahr Betrugs- und Risikomanager unterschiedlicher Unternehmen nach Hamburg zum Online Fraud Forum.

Im Vergleich zum Vorjahr war das Interesse an der Teilnahme am OFF 2016 in diesem Jahr noch einmal größer: Teilnehmer aus mehr als 70 Unternehmen folgten am 9. September der Einladung in das Empire Riverside Hotel. Darunter waren sowohl Online-Händler aus verschiedenen Branchen als auch Unternehmen aus der Finanzbranche und Dienstleister.

Nach einer kurzen Begrüßung begann der Tag mit einem Vortrag von Úna Dillon, Managing Director MRC Europe. Sie stellte die Arbeit ihres Wirtschaftsverbands vor, der seine Mitgliedsunternehmen in den Bereichen Betrugsprävention und Zahlungsverkehr berät und dafür unter anderem vier große Zusammenkünfte im Jahr organisiert. Im zweiten Teil ihres Vortrags präsentierte Dillon Ergebnisse des MRC Global Payments Survey 2015, die von den Teilnehmern interessiert aufgenommen wurden.

Datenschutz ist für Unternehmen ein sehr wichtiges Thema. Und gerade Unternehmen, die eine gute Betrugsprävention etablieren wollen, müssen sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Leider ist die Gesetzeslage aber nicht immer eindeutig und in einigen Aspekten schwer nachvollziehbar. Den Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen, unternahm Dr. Kai-Uwe Plath mit seinem Vortrag. Darin beleuchtet er die Möglichkeiten von Online-Händlern, Kunden unterschiedliche Zahlarten anzubieten, je nach berechnetem Risikowert der Bestellung.

Den dritten Vortrag des Vormittags steuerte Dr. Mario Elstner bei. Als Data Scientist bei Risk Ident weiß er aus seiner täglichen Arbeit genau, was sich hinter dem mittlerweile allgegenwärtigen Begriff „Machine Learning“ tatsächlich versteckt und was nur Mythos ist. Sein Fazit: Anders als manche Unternehmen suggerieren, kann „Machine Learning“ nicht komplett den Menschen ersetzen. Im Gegenteil: Für den produktiven Einsatz ist menschliche Erfahrung besonders wichtig. Dies gilt vor allem für die Bewertung und Aufbereitung von Daten. Die Vorstellung, die komplette Arbeit den Algorithmen zu überlassen, gehört somit definitiv in den Bereich der Mythen. Richtig eingesetzt ist Machine Learning aber tatsächlich in der Lage, große Mengen an Transaktionen auf betrügerische Aktivitäten hin zu untersuchen.

Nach einer kurzen Mittagspause gab Carsten Schmidt vom Landeskriminalamt Hamburg einen Einblick in seine Arbeit im Sachgebiet Waren- und Warenkreditbetrug. Im Jahr 2015 wurden am zuständigen LKA 551 rund 4.000 Betrugsfälle bearbeitet. Sein Ziel an diesem Tag: Die Zusammenarbeit von Behörden und geschädigten Händlern zu verbessern, um so gemeinsam besser gegen Betrüger vorgehen zu können.

Am restliche Nachmittag bestand für die Teilnehmer die Möglichkeit, im Rahmen vor Fraud-Workshops in kleineren Gruppen intensiv über spezielle Themen zu diskutieren. Dafür standen zehn Roundtables zur Verfügung. Abschließend freuten sich die Teilnehmer darüber, bestehende Kontakte pflegen oder neue knüpfen zu können und bei einem gemeinsamen Abendessen den Tag ausklingen zu lassen. Nach diesem rundum gelungenen Tag freuen wir uns schon auf das nächste Online Fraud Forum.

Übrigens: Im Zuge des OFF 2016 haben wir wieder alle anwesende Händler darum gebeten, an einer kurzen Umfrage teilzunehmen. Die Auswertung der Umfrage und einen Vergleich zu den Ergebnissen aus dem letzten Jahr lesen Sie in in Kürze hier in unserem Blog.